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Prof. Dr. Jens Kulenkampff
Gedanken über Wolfgang Bühlers Landschaften
„…zur distanzierten Betrachtung paßt die Ruhe, die die Bilder ausstrahlen. Diese wiederum verdankt sich zum einen der geradezu klassischen Komposition der Bilder: einer Verteilung der Massen, die sich im Gleichgewicht hält, ohne gewollt zu wirken. Räumliche Tiefe verdanken die Bilder dem klassischen Prinzip der Luftperspektive und oftmals der Gliederung in einen eher schattigen Vordergrund, einen aufgehellten Mittel- und noch helleren Hintergrund, den die zentralen, von fernem Licht angestrahlten Massive einnehmen, hinterfangen nur noch von hohem wolkenlosen Himmelblau. Zum andern verdankt sich die Ruhe der Bilder einer zusammenschließenden Atmosphäre, die durch die jeweils fein abgestimmte und in sich geschlossene Palette erzeugt wird, die jedem Bild seinen eigenen Farbenraum zuweist, meist im Bereich der lichten Grau- und Blautöne, manchmal ins Rötliche, manchmal ins Bräunliche spielend, nie laut und von einer heutzutage ungeahnten coloristischen Raffinesse.
…Lösen wir uns von der Landschaft, gewinnen die Gemälde reinen Farbenklang und tritt etwas abstrakt Graphisches hervor, das nur gesehen und betrachtet, nicht gedeutet werden will.
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Einmal vom ersten, dem Blick auf die Landschaft befreit, locken die Bilder den Betrachter, näher heranzutreten und ihnen gewissermaßen auf den Leib zu rücken. Da, mit einem Mal, eröffnet sich ihm eine völlig neue Dimension: eine mikrologische Welt verschiedenster, feinster Formen und Strukturen, an kristalline Nadeln oder Halme erinnernd und erzeugt von mehreren lasurartigen Farbschichten, die übereinander liegen, die die tieferen teils verdecken, teils durchscheinen lassen und die einen ungeahnten Reichtum an Farben offenbaren, deren Zusammenklang sich aus dem Abstand der ersten Betrachtung als einheitlicher Farbton darstellt. Das Geheimnis, das diese Bilder der Nahsicht preisgeben, ist das Geheimnis der Malerei…“ Wolfgang Bühlers selbst: Aus durchscheinenden Farbschichten, die er – hier dichter, dort weniger dicht – Strukturen bilden läßt, entstehen fein strukturierte Flächen, die er mit einer Linie abgrenzt und aus denen er seine Bilder baut, die man ansehen kann als unendlich reizvolle Farbkompositionen, als gegenstandslose Lineamente und graphische Gestalten oder als kristallklare Landschaften, die es nirgends gibt als allein auf diesen Bildern.
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