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Der Bildraum
ist in die Dreidimensionalität erweitert. Über die Täler,
Schluchten und Höhen des reliefartig bewegten Mal-grundes breitet
der Künstler in mehreren lasierenden Schichten eine reiche
Farbpalette aus…
…ein bläulich anthrazitfarbenes Bild erinnert beispielsweise
an die Struktur einer Schiefertafel, ein anderes an die verwitterte
Rinde eines Fichtenstammes. Eine ganz in unterschiedlich hellen
Grüntönen gehaltene Arbeit mutet wie ein tropischer Urwald
an, der von großer Höhe aus dem Flugzeug aufgenommen
ist. Dagegen lässt ein Farbenspiel von Schwarz, kühlem
Eisgrau und Oxydgelb an eine visionäre Landschaft denken, die
in einen weißen Nebel getaucht ist. Entscheidend wird dabei
immer der Lichteinfall, der die Wirkung der Bilder nachhaltig beeinflusst.
Ein Aufleuchten einer kupferroten Struktur weckt den Wunsch, wie
bei einer archäologischen Ausgrabung unter die Oberfläche
des Papiers zu blicken und nach
Verborgenem zu suchen.
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Manche Farbwerte
lösen verschiedene Sinnesempfindungen aus: so scheint man beispielsweise
beim Betrachten eines bestimmten Bildes die herbstliche Stimmung
eines „indian summer“ wahrnehmen zu können, oder
fühlt sich bei einem anderen an Vivaldis „Vier Jahreszeiten“
erinnert…
…die metaphorischen Landschaften sollen aber keine Abbilder
der sichtbaren Natur sein. Sie fordern den Betrachter in ihrer konsequenten
Abstraktion auf, sich von allzu vertrauten Vorstellungen zu lösen
und – im übertragenden Sinn – die Tiefe des Bildraumes
zu erkunden, um dort Verlorenes zu entdecken…
Andrea Brandl M.A., Schweinfurt 1999
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